Montag, 3. Juli 2017

Einsame Nacht


In der Einsamkeit der Nacht,
erwächst der stille Verdacht,
dass der Weg des neuen Lebens,
am Ende ist gar vergebens,
das die Hoffnung der Klarheit,
sich verliert in der Wahrheit.
Das Ungewissheit in einem selber liegt,
solange man nicht mehr nach ihr strebt!

Mittwoch, 2. März 2016

Schlaflos




Schlaflos in der Nacht,
von Unruhe gepackt, hart erwacht.
Gedankenfäden in mir drinnen,
fein umwoben wie von Spinnen.

 
Leere Gedanken im Fadenkreuz,
wie Ungeziefer kreucht und fleucht,
in meinem Hirn, in rastloser Fahrt,
wie eine trübe, faule Saat.

Stille will sich nicht ergeben,
nicht pausieren, nach Ruhe streben,
bleibe schlaflos in diesen Stunden,
in Gedanken gefangen, die mich umrunden.

Copyright by Guido Messere
02-03-2016

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Weihnachtsgedicht 2015



Weihnachten wart schon wieder geschwind,
Tage, Monate, das Jahr verrinnt,
ob gewachsen, graues Haar am Kopf,
Zeit verfängt sich im Venentropf,
Frühling scheint’s eher da draußen,
Ski-Fahrer sich die Haare raufen,
Weihnachtsstimmung wo bist du nur,
Ich schaue im Keller und auch im Flur,
nur flackernde Lichter der Häuser dort,
zeugen von nahender Weihnacht‘ immerfort.

Doch O’Graus, Kommerz bleibt nicht aus!
Kauf ich ein Parfüm oder eine stylishe‘ Mouse?
Ein Tannenbaum muss auch noch her,
die Entscheidung fällt stets so schwer,
manch Einer mag in die Kirche gehen,
ich kann den engen Zeitplan sehen.
Das Menü steht auch noch nicht fest,
den Kindern das keine Ruhe lässt,
ein wenig Pasta, vielleicht eher Fleisch,
der Papa wird hier niemals weich.
Auch Tradition muss erhalten bleiben,
Fleischgelüste müssen weichen.
Geschenke gekauft, der Baum ist da,
die Menü-Karte ist nun klar,
die Lichter funkeln, das Haus geschmückt,
Heilig Abend nun näher rückt!

Zum pünktlich leuchtenden Weihnachtsbaum,
durchdringt Last Christmas nun den Raum,
nun kann auch ich die Weihnacht‘ fühlen‘,
nicht im Schnee, doch dafür im Grünen.
Friede und Besinnlichkeit sei Euch gegeben,
habt nun Freud’ am Weihnachtsleben.


Dienstag, 30. Dezember 2014

Der Steppenwolf



Der Steppenwolf

Vor einer Zeit, noch gar nicht lange,
als die Sonne schon am morgen früh stand
Golden schimmernd sie die Felder bedeckte,
das Licht sich brach an den wachsenden Ähren,
der Wind sie liebkoste wie einen seidenen Faden
damit sie gediehen, prachtvoll und stark.

Stets der Himmel sich füllte,königsblau,
mit kristallklarer Luft.
In dieser Zeit habe ich den Steppenwolf erfahren,
niemals habe ich ihn zu Gesicht bekommen
und niemals ihn gespürt.

Doch wenn im Frühling sich der Abend dann nahte,
die Sonne verging im purpurnen Schatten,
glutrote Streifen am Horizont verteilt.
Da habe ich sein Rufen gehört, so hell und klar,
und ich hörte sein Lachen, unbeschwert und glücklich.

Seinen Schatten sah ich, der in den Steppen tanzte.
Die Ähren, sie fielen nach links, nach rechts,
stets dort wo sein Lachen erklang.

Wenn die Nacht dann begann, das Land zu verdunkeln,
der Mond silbern und klar droben erschien,
dann verebbte sein freudiges Lachen
zu einem sanften Nachtgebet.
Meine Augen waren müde, mein Herz voller Leben,
So ging ich nach Hause und schlief in Frieden.

Und mit der Zeit, wenn ich am Felde dort stand,
da fühlte ich, wie sein Schatten mich streifte,
sein Lachen in meinen Ohren erklang,
sodass sein Zauber auch mich ergriff.

Da löste sich mein Körper von Raum und Zeit,
der Steppenwolf lief, und ich mit ihm.
Von hier nach dort, unendlich lang.
So manche Nacht schlief ich im Felde,
gehüllt in Ähren, die zart wie Seide.

Doch irgendwann hörte ich ein wehes Klagen.
Es war die Zeit, in der der Himmel sich graute.
Die Luft war erfüllt mit Dreck und Gestank.
Ich lief zu den Steppen und sah den Weizen,
nicht golden schimmernd, nicht kraftvoll und stark.

Da hörte ich sein Weinen, wehklagend und schmerzend.
Ich sah seinen Schatten nur leicht, kaum merklich,
der sich nicht regte, nicht tanzte, nur auf der Stelle stand.

Sein Wimmern erklang, gepeinigt und krank,
immer leiser, ließ nach, verstummte und starb.
Der Schatten, der stets in der Steppe getanzt,
er fiel, bedeckte die Ähren,
löste sich auf in schneeweißen Gebilden.
Ein letzter Ruf den Steppen entgegen,
bevor er gen Himmel zog und gänzlich verschwand.

Eine Weile noch stand ich so am Felde dort,
Tränen in den Augen, silbern und schwer.
Es war die Zeit, in der das Land sich füllte
mit grauem Dampf und stickiger Luft..

..und nie wieder habe ich den Steppenwolf erfahren!

Copyright © by G.Messere

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Von Streiks, Weihnachten und Elfen

Bereits im vergangenen Jahr äußerte ich mich zu den weihnachtlichen Vorfreuden.  Dieser, insbesondere von meinen Kindern getriebenen Vorfreude, ist eher einer schlichten Mechanik erwachsen, die sich im Anspruchsdenken breitmacht.

Der Internet BUY Button betätigt sich beim Online Shoppen fast wie von alleine, während die Zahlen auf dem Konto von dessen Existenz offenbar gar nichts ahnen, denn auf den Kontoauszügen erscheinen so obskure Bezeichnungen wie „Amazon“ und „Thalia“. Vom BUY Button selber steht da nichts…

Aber es gibt noch andere, die die Weihnachtszeit zur Eigenwerbung (wer sagt das diese immer positiv sein muss!?) nutzen.  Ohnehin macht sich Deutschland derzeit als Streik Nation einen Namen, die Italiener und Franzosen halten es derzeit ja eher dezent.  Und die Griechen? Nun, die haben kein Geld zum Streiken! 
Airlines wie Lufthansa oder Tap Air Portugal arbeiten derzeit an Ihrem neuen Marketingkonzept: Bringt dich ins Bewusstsein der Menschen…egal wie; Fliegen Nebensache. Am deutschen Himmel ward höchstens mal das Christkind gesehen.

Meine Kollegen aus der Flugabteilung sind die besonders Gebeutelten, da helfen auch keine flackernden Christbaumlichter. Streiken die Airlines herrscht Hochbetrieb (Nebenbei: Ich wurde motiviert, das zu erwähnen!). Umbuchungen, Kundeninformationen, unzählige Webanfragen sowie Anrufe um für den Kunden doch noch den entscheidenden Ersatzflug finden zu können. Buh, eine schweißtreibende und nach Süßigkeiten schreiende Angelegenheit….

Doch selbst inmitten dieses düsteren Endzeitszenarios gibt es hoffnungsvolle Momente, gar solidarische Anwandlungen von Kollegen und Partnern. Mitten unter ihnen die Christkindche' Weihnachtskommission am Nordpol, die ihre Zentrale prompt als Umsteigeverbindung anbot. Dumm nur, dass das Stopover Programm am Nordpol derzeit ruht, da alle Elfen verständlicherweise mit anderen, wirklich wichtigen Tätigkeiten beschäftigt sind. Das wiederum bedeutet, dass die langen Wartezeiten nicht mit Besichtigungen der Weihnachtsproduktion aufgefüllt werden können. Auch die Schlittentour mit den Elfen fällt somit ins Wasser, äh Eis! Weiterflüge gibt es zudem nur auf Stand by Basis.  Nicht wirklich eine verbindliche Option also.

In solch bitteren, depressiven Tagen ist es wichtig schöne Dinge im Blick zu bewahren.  Eine Weihnachtsfeier kann da wahre Wunder bewirken. Ein gutes Essen, ansprechender Wein und mit ein wenig Glück, eine ähnlich charmante Gesellschaft wie im vergangenen Jahr? Dieser Blick nach vorne lohnt, meine Kollegen zählen sicher wie ich die Stunden.  Aber das ist eine andere Geschichte, oder?

Sonntag, 8. Dezember 2013

Weihnachtsfeier



Selbstverständich kann auch ich mich den Weihnachtsfeiern nicht entziehen. Allerdings sind kaum welche dabei, die ich als Plicht Aufgabe empfinde. Im Gegenteil, die XMAs Feier meines Arbeitsgebers ist immer eine schöne Angelegenheit, zumal das Essen ein echter Augen- und Sinnesschmaus ist.Mit zunehmenden Alter eine unerlässliche Notwendigkeit oder anders gesagt: Die Wahrnehmung schöner Dinge verschiebt sich mit seinen Möglichkeiten.

Diesmal jedoch hielt der Abend eine schöne Bescherung parat, denn der Tischzufall wollte es, dass ich (als Ältester!) mit zwei weiteren Kollegen an einem von jungen Damen dominierten Tisch gezwungen wurde.  
Die charmanten und attraktiven jungen Frauen zerstoben meine Bedenken ihre Sitzordnung zu stören in alle Himmelsrichtungen und so gestaltete sich ein wunderbarer, herrlich leichter Abend, in dem ich im Laufe des Abends zeitweise im Mittelpunkt stand.

Nicht alles ist schlecht an den grau melierten, denn wir haben eine Botschaft:  Und möget ihr noch so intensiv und beneidenswert Eure Jugend darlegen, wir wissen schließlich wie es kommt ;-)
Weil dem so ist, haben wir etwas zu sagen, zu erzählen.  

Nun, da man es offenbar hören wollte, sprach ich für eine Weile ohne Unterlass. Ich gab kleine Episoden zum Besten, verriet kleine wertvolle Tipps meiner Küche und konnte meine kleine Hörerschaft für eine Weile fesseln, zumindest fühlte es sich so an.  Ich genoss die lockere Atmosphäre, die Bitte einen Kochkurs zu geben sowie den dunklen Rebensaft, der meine ohnehin unruhige Zunge weiter lockerte.   

Ob meine Hörerschaft meine Gesellschaft an diesem Abend wirklich so schätzte, weiß ich freilich nicht genau.  Letztlich blieb aber das Gefühl, das dem so war, hängen. Kommt es darauf nicht an?

Auch blieb ich der Tanzfläche nicht fern und erhöhte somit das Durchschnittsalter auf dem vermutlich schweißdurchtränkten Boden sicherlich nicht unerheblich. Doch da steckt noch jede Menge Leben in den alten Knochen und spätestens bei den Hits der 80iger bin ich, genau wie meine Altersgenossen, definitiv im Vorteil. Der wesentliche Unterschied jedoch ist das Durchhaltevermögen, man kann oder mag halt nicht mehr so lange aber das muss ja niemand Wissen.

Als dann letztlich die Wirkung des einen oder anderen hochprozentigen allmählich verblasste, erinnerte ich mich an mein Versprechen, mal wieder früher (nicht zu früh!) zu Hause zu sein. So trat ich, unter unglaubwürdigen Blicken meiner bevorzugten Gesprächspartner, den Heimweg an. Man hat mich schließlich in diesem Jahr schon ausdauernder erlebt. 

Nur eines wusste ich: Auf die Bühne gehe ich nicht mehr…vorerst zumindest.

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Realität

Pünktlich mit der Rückkehr der dunklen Jahreszeit stellen sich wieder seit  Monaten verdrängte  Realitäten körperlicher Natur ein.


Auch ich gebe mich natürlich der Unabänderlichkeit hin, dass man im Winter in der Regel zunimmt und viel zu wenig Sonnenlicht bekommt.  Bei uns in der Firma stehen – wie könnte es anders sein – überall Plätzchen herum, die von den zumeist fleißigen Back Königinnen am ersten Adventswochenende produktionsreif hergestellt wurden. Bei erfolgreichem Test kommen wir, die Kollegen, stets in den „Zuckerhaltigen“ Genuss der ersten Plätzchen einer jenen Back Königin. Da es derer natürlich nicht wenige sind, kommt es wie es kommen muss, wenn man sich selbst gegenüber nicht nein sagen kann.

Zurück zur Körperlichkeit: Aufgrund des Bewegungsmangels, des geradezu überwältigen Angebots an Süßen sowie der vorweihnachtlichen Drangperiode in jedem Unternehmen, fühle ich mich rundherum unwohl. 

Der Rücken schmerzt aufgrund des vielen Sitzens (Übrigens auch abends zuhause wegen der endlosen XMAS Käufe am PC sowie der Blog Schreiberei etc.), die Schulter scheint mir fremd und deplatziert.  Trotz meines Rückentrainings am Abend gilt der erste Griff am Morgen einem wärmenden Rückenpflaster, das mir erfolgreich dabei hilft, die Suche nach einer sinnigen Lösung auch weiterhin zu verdrängen.  

Zudem habe ich ja noch mein Fahrrad. Genau! In dieser Hinsicht gebe ich mich kämpferisch. Jeden Morgen schaue ich hoffnungsfroh aus dem Fenster und hoffe auf gutes Wetter.  Egal wie kalt, sobald es trocken ist, schwinge ich mich auf das Fahrrad und Radele die 15 Minuten zur Arbeit. An schönen Tagen wirkt das Main Ufer wie ein Minuten Urlaub, an unschönen…nun ja.

15 Minuten Reaktivierung für meinen lädierten Körper, das hilft.  Seit auch meine Ohren warm bleiben  (ich trage in der Tat Ohrenschützer, vorzugsweise an dunklen Tagen!) genieße ich jeden Akt der körperlichen Ertüchtigung. Mit dem Alter schwindet fast jegliche Eitelkeit, früher wäre mir das zu peinlich gewesen, heute finde ich Kälte schlimmer.

Stunden später traktiert mich die Schulter erneut, doch zu Körperübungen im Büro, in Anwesenheit meiner Kollegen, kann ich mich nicht entschließen.  Schließlich ist es ja schon recht peinlich wenn mich mein fortschreitendes Alter öfter zur Toilette zwingt!  

Es genügt wenn ich mein Alter kenne, muss es jeder sehen?